Wie verbreitet ist Tachomanipulation in Deutschland?
Eine vom deutschen Automobilclub durchgeführte Studie ADAC zeigt, dass sich der Kilometerstand moderner Autos oft relativ leicht manipulieren lässt. Trotz der 2017 eingeführten europäischen Vorschriften, die Automobilhersteller dazu verpflichten, Maßnahmen gegen Kilometerstandsbetrug zu ergreifen, scheint eine Manipulation in der Praxis weiterhin möglich zu sein. Laut ADAC, die Anpassung des Kilometerstands lässt sich oft innerhalb weniger Minuten durchführen, und solche Dienstleistungen werden bereits ab etwa 50 € angeboten.
Wie groß ist das Problem der zurückgedrehten Kilometerzähler?
Das Ausmaß des Problems ist beträchtlich. Studien und polizeilichen Daten zufolge wird geschätzt, dass bei etwa jedem dritten in Deutschland verkauften Gebrauchtwagen der Tacho manipuliert wurde. Durch das Zurückdrehen des Kilometerzählers steigt der Wiederverkaufswert eines Autos um durchschnittlich rund 3.000 Euro. Letztendlich sind es die Käufer von Gebrauchtwagen und die Leasinggesellschaften, die den Preis dafür zahlen.
Was kostet der deutsche Automobilmarkt der Kilometerstandbetrug?
Infolgedessen ist der wirtschaftliche Gesamtschaden beträchtlich. In Deutschland wird er auf etwa 6 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Damit ist der Tachomanipulation nicht nur ein Problem für einzelne Autokäufer, sondern für den gesamten Automobilmarkt.
Lässt sich ein Tachomanipulation leicht aufdecken?
Was diese Art von Betrug besonders schwierig macht, ist die Tatsache, dass professionell durchgeführte Manipulationen oft kaum zu erkennen sind. Selbst viele Werkstätten und Kfz-Experten sind nicht in der Lage, eine technisch gut ausgeführte Kilometerstandskorrektur zu erkennen. Auch die gängigsten OBD-Diagnosegeräte und Dongles bieten hierfür nur unzureichende Möglichkeiten. Das Auslesen von Daten aus einem Fahrzeug liefert daher nicht immer Gewissheit über den tatsächlichen Kilometerstand.
Wie kann man beim Kauf eines Gebrauchtwagens einen Kilometerstandbetrug verhindern?
Für Käufer von Gebrauchtwagen bedeutet dies, dass zusätzliche Überprüfungen erforderlich sind. Verlassen Sie sich nicht allein auf den aktuellen Kilometerstand, sondern prüfen Sie auch die Wartungshistorie des Fahrzeugs. In Wartungsunterlagen sind oft sowohl das Datum als auch der Kilometerstand vermerkt, sodass sich ein logischer Verlauf im Laufe der Zeit erkennen lässt. Überprüfen Sie außerdem Rechnungen, Prüfberichte und andere Unterlagen, die Aufschluss über die Nutzung des Fahrzeugs geben.
Kann ein digitales Wartungsprotokoll dabei helfen?
Auch ein Digital Service Record (DSR) kann in dieser Hinsicht wertvolle Informationen liefern. Hier werden die von autorisierten Markenwerkstätten durchgeführten Wartungsarbeiten erfasst, oft einschließlich der Kilometerstände. Auch wenn der Zugriff auf diese Informationen nicht immer einfach ist, kann dies dabei helfen, Unstimmigkeiten oder unlogische Sprünge in der Kilometerstandsentwicklung zu erkennen.
Fazit: Verlassen Sie sich nicht blind auf den Kilometerstand
Das Fazit ist klar: Ein niedriger Kilometerstand allein ist keine Garantie für ein gutes Auto. Durch den Vergleich verschiedener Informationsquellen können sich Käufer besser vor Tachomanipulationen schützen und unangenehme Überraschungen nach dem Kauf vermeiden.